Hallo Leute!
Am Samstag, dem 23. September um genau 22:00 war es soweit!
Ich habe mich endlich nach 5 Stunden Klinik (CTG, Spazierengehen und Badewanne) durch diese enge Öffnung gedrückt! War eine ganz schöne Anstrengung. Meine Mama und mein Papa haben mir ganz doll geholfen (der Papa eigentlich nur dadurch, daß er nicht umgekippt ist. War kreidebleich der Gute; habe mir ganz schön Sorgen gemacht.).
Die letzte Stunde zwischen 9 und 10 war dann ganz schön komisch irgendwie. Mein Kopf hat da in so 'ner Öffnung gesteckt und das hat ganz arg gedrückt. Draußen war es kalt und hell und zwei Frauen haben ständig gesagt, daß ich das toll mache (oder haben die etwa nicht mich gemeint?). Ich weiß nur noch, daß ich meiner Mama weh gemacht habe, was meinem Papa fast das Herz zerrissen hat. Um 22:00 Uhr konnte ich mich dann nicht mehr halten und bin rausgeschwuppst.
Die eine Frau hat mich dann gewogen und gemeint ich wäre klein mit meinen 52 Zentimetern. Das ist ja echt die Höhe! Dann hat sie noch über meine 3.180 Gramm gelästert und gesagt, daß die Geburt doch eigentlich echt einfach für eine Erstgeburt gewesen sei.
Momentämal!!!
Also, um das für ein für allemal klar zustellen: Ich bin nicht klein und auch nicht zierlich und wenn mir nochmal jemand in den Zeh piekst, dann geh' ich wieder zurück. Ich wollte eh' nicht raus! War so schön warm da und nicht so laut und überhaupt...
Aber das habe ich der Alten dann auch mit meiner markerschütternden Stimme zu verstehen gegeben! Mag ich auch von Statur nicht gerade bedrohlich wirken, meine Stimme jedoch, die kann schon ganz schön laut sein!
Ich bin auch nicht einverstanden damit, daß jemand behauptet es wäre eine leichte Geburt gewesen!
Für mich war das HARTE ARBEIT! Ich habe immer noch einen ganz krummen Kopf und eine scheppe Nase! Was sollte denn eigentlich der Zusatz "für eine Erstgeburt"? Kommt da etwa noch was nach? Ich glaube, damit bin ich nicht einverstanden. Erst der ganze Streß und dann kümmert sich am Ende vielleicht keiner mehr um einen! Neinneinnein!
Was mir dann gut gefallen hat, war die Brust von der Mama. Da durfte ich mich dann von den Strapazen ein bißchen ausruhen. War klasse! Da könnte ich mich dran gewöhnen. Da kam auch was raus. Hat mir geschmeckt. Da kann man auch gut pennen; schön warm!
Am Sonntag hatte ich dann Besuch. Lauter fremde Leute, die ständig versucht haben zu artikulieren, aber nur ein seltsames unverständliches Gebrabbel rausgebracht haben. Die hatten auch nix anderes zu tun als mich ständig anzukrapschen! Da habe ich mich ja auf was eingelassen!
Der Papa hat mir dann erzählt, das seien alles meine Verwandten gewesen. Na prima! Das kann ja heiter werden!
Ich habe mich den ganzen Tag schlafend gestellt. Ich hatte irgendwie keine Lust Kunststückchen zu machen oder Stöckchen zu holen.
Abends hat der Papa mich dann gewickelt. Der ist immer so olver mit seinen Wurstfingern. Hat auch gar nicht groß drauf geachtet, daß ich eigentlich nicht in Stimmung war mich hier vor allen Leuten nackisch zu machen. Das habe ich ihm dann schnell heimgezahlt!
So nämlich nicht! Hört Ihr? Nicht mit mir!
Kaum war der Strampler mit unbeholfenen Griffen wieder zugemacht, habe ich nämlich so richtig mit einem kauten Krach in die Windel gekackt! Das war ein Spaß sage ich Euch.
Alles in allem hatte ich eigentlich keine große Lust irgendwas zu unternehmen. Ich habe den ganzen Tag gepennt. Mein Papa hat gesagt, ich sei aber ein Lieber!
Meiner Mama habe ich gleich gezeigt, daß ich kein Warmduscher bin. Was will die auch pennen, wenn ich Lust habe was zu unternehmen. Das ist ja die Höhe!
Außerdem war da noch so ein Freund mit im Zimmer. Der ist ein Tag älter, der Depp! Hat immer rumgequäkt! Erbärmliches Stimmchen! Dem habe ich mal gezeigt, wo es lang geht!
Jetzt habe ich aber genug erzählt!
Wenn Ihr noch was hören wollt, dann müßt Ihr Euch schon mal etwas um mich bemühen. Ihr könnt mich ja anrufen.
Meine Telefonnummer habt Ihr ja.
Richtet meiner Mama mal viele Glückwünsche aus, die hat es nämlich auch nicht so einfach gehabt.
Moritz